Kurz gesagt
Ertragswert = Summe der abgezinsten jährlichen Überschüsse bis zur Stilllegung, abzüglich Rückbau. Die größten Hebel sind der tatsächliche Ertrag, die Restlaufzeit der Vergütung und der Zinssatz.
Formel
Eingangsgrößen und typische Fehler
| Größe | Richtig | Häufiger Fehler |
|---|---|---|
| Ertrag | Zählerstände der letzten Jahre, witterungsbereinigt | Ertragsprognose aus der Planung |
| Degradation | aus Messdaten abgeleitet, im Modell 0,5 % pro Jahr | ignoriert oder pauschal zu hoch |
| Vergütung | Satz laut Abrechnung bis Ende des 20. Jahres nach Inbetriebnahme | EEG-Ende falsch datiert |
| Erlöse nach EEG | Marktwert oder Direktvermarktung, Eigenverbrauch | alte Vergütung fortgeschrieben |
| Kosten | vollständig, mit Preissteigerung | Versicherung, Messung oder Pacht vergessen |
| Investitionen | Wechselrichtertausch im 15. Jahr oder nach Zustand | nicht angesetzt |
| Stilllegung | wirtschaftlich optimales Jahr | starre 25 oder 30 Jahre |
| Zins | risikogerecht, offen gelegt | ohne Begründung gewählt |
Welcher Zinssatz ist richtig?
Der Zins bildet Kapitalkosten und Risiko ab. Eine gut dokumentierte Anlage mit gesicherter Vergütung rechtfertigt einen niedrigeren Satz als eine Anlage mit Mängeln, kurzer Pacht oder Post-EEG-Erlösen. Wir legen den Zins im Gutachten offen und zeigen in der Sensitivitätsanalyse, was ein Prozentpunkt mehr oder weniger ausmacht. Im Beispiel der 250-kWp-Anlage sind es rund 3 %.
Beispiel
Das vollständige Rechenbeispiel einer Gewerbeanlage und einer Anlage auf einem Einfamilienhaus mit allen Jahreswerten steht auf der Seite Restwert einer Photovoltaikanlage. Mit dem Rechner setzen Sie Ihre eigenen Werte ein.
Häufige Fragen
Was ist der Ertragswert einer PV-Anlage?
Der Barwert aller Überschüsse, die die Anlage ab dem Stichtag bis zur Stilllegung noch erwirtschaftet, abzüglich Investitionen und Rückbau.
Welcher Zinssatz wird beim Ertragswert angesetzt?
Ein risikogerechter Satz, der Kapitalkosten und die Unsicherheit der Erlöse abbildet. Er wird im Gutachten begründet und in einer Sensitivitätsanalyse variiert.