Kurz gesagt
Die Restnutzungsdauer ist die Zeit, in der die Anlage technisch und wirtschaftlich noch sinnvoll betrieben werden kann. Sie endet mit dem ersten harten Grenzpunkt: Dachsanierung, Pachtende, Unterkonstruktion oder dem Jahr, ab dem die Kosten die Erlöse übersteigen.
Was die Restnutzungsdauer begrenzt
| Bauteil oder Faktor | Worauf wir achten |
|---|---|
| Module | Degradation aus Messdaten, Delamination, Zellbrüche, PID, Hotspots |
| Wechselrichter | Alter, Fehlerhistorie, Ersatzteilversorgung; Tausch meist nach 10 bis 15 Jahren |
| Unterkonstruktion | Korrosion, Klemmen, Statik, Ballastierung |
| Dach | Zustand der Eindeckung, anstehende Sanierung, Abdichtung an Durchdringungen |
| Verkabelung, Stecker | Isolationswerte, Steckerverbindungen, UV-Schäden, Brandschutz |
| Verträge | Laufzeit von Dachnutzung oder Pacht, Rückbaupflichten |
| Wirtschaft | Jahr, ab dem Kosten die Erlöse übersteigen, meist nach dem EEG-Ende bei Volleinspeisung |
Technische und wirtschaftliche Nutzungsdauer
Viele Module laufen 30 Jahre und länger. Wirtschaftlich endet der Betrieb aber oft früher: Nach dem EEG-Ende decken 4 bis 5 ct/kWh bei Volleinspeisung kaum noch Wartung, Versicherung und Messung. In unserem Rechenbeispiel trägt sich eine 250-kWp-Anlage nach 2031 gerade noch selbst. Mit Eigenverbrauch sieht das anders aus: Die 10-kWp-Anlage aus 2012 bleibt bis zum Ende der technischen Nutzungsdauer wirtschaftlich.
Die steuerliche Nutzungsdauer von 20 Jahren hat mit beidem nichts zu tun. Sie bestimmt nur die Abschreibung.
Einfluss auf den Wert
Fünf Jahre weniger Nutzungsdauer kosten bei Anlagen mit hohem Eigenverbrauch deutlich mehr Wert als bei Volleinspeisern nach EEG-Ende. Die Auswertung aus dem Rechner zeigt in der Sensitivitätsanalyse die Wirkung einer um fünf Jahre kürzeren Nutzungsdauer.
Häufige Fragen
Wie lange hält eine PV-Anlage?
Module oft 30 Jahre und länger, Wechselrichter meist 10 bis 15 Jahre. Die Anlage insgesamt läuft so lange, wie Dach, Unterkonstruktion, Verträge und Wirtschaftlichkeit es zulassen.
Wie wird die Restnutzungsdauer bestimmt?
Durch Prüfung der einzelnen Bauteile vor Ort, Auswertung der Ertragsdaten, Prüfung von Dach und Verträgen und eine Wirtschaftlichkeitsrechnung, die das Jahr zeigt, ab dem sich der Betrieb nicht mehr trägt.