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Repowering oder Weiterbetrieb?

Kurz vor oder nach dem EEG-Ende stellt sich die Frage: weiterlaufen lassen, einzelne Teile tauschen oder neu bauen? Die Antwort ergibt sich aus dem Vergleich der Ertragswerte.

Kurz gesagt

Repowering lohnt sich, wenn der Ertragswert nach dem Umbau abzüglich der Investition höher ist als der Wert im Weiterbetrieb. Bei Anlagen mit laufender EEG-Vergütung kann ein vergütungserhaltender Modultausch sinnvoll sein; nach dem EEG-Ende entscheidet meist der Eigenverbrauch.

Drei Varianten im Vergleich

WeiterbetriebNur Instandhaltung, Wechselrichtertausch bei AusfallWann sinnvoll: guter Zustand, niedrige Kosten, Eigenverbrauch
Teil-RepoweringTausch defekter Module oder Wechselrichter, ggf. SpeicherWann sinnvoll: einzelne Schäden, Vergütung läuft noch
Komplettes RepoweringNeue Module und Wechselrichter, oft mehr Leistung auf gleicher FlächeWann sinnvoll: Dachsanierung ohnehin fällig, hoher Eigenverbrauch

Was mit der Vergütung passiert

Seit dem Solarpaket I (16. Mai 2024) dürfen Module an Gebäuden auch ohne Defekt ersetzt werden, ohne den ursprünglichen Vergütungssatz zu verlieren. Er gilt aber nur für den Anteil des Stroms, der der alten Leistung entspricht. Zusätzliche Leistung erhält die aktuelle Vergütung. Der Austausch ist meldepflichtig (Clearingstelle EEG|KWKG). Ob die Voraussetzungen im Einzelfall erfüllt sind, prüfen wir vor der Bewertung.

So vergleichen wir

  1. Ertragswert im Weiterbetrieb, mit realistischem Stilllegungsjahr
  2. Ertragswert nach Repowering, mit neuer Leistung, Vergütungsaufteilung und Eigenverbrauch
  3. Investition, Rückbau der Altmodule, Ausfallzeit
  4. Differenz beider Werte minus Investition, mit Sensitivität für Strompreis und Ertrag

Für die erste Variante liefert der Rechner eine Größenordnung. Den Vergleich mit einem Repowering rechnen wir im Gutachten.

Kosten, die nicht im Angebot stehen

Das Angebot des Installateurs nennt Module, Wechselrichter und Montage. Für den Wertvergleich fehlen oft drei Posten.

Erstens der Stillstand: Ab der Demontage fließt keine Vergütung, bis die neue Anlage läuft. Zweitens die Entsorgung: Altmodule fallen seit dem 24. Oktober 2015 unter das ElektroG. Die Rücknahme über Hersteller oder deren Rücknahmesysteme ist kostenfrei, Demontage und Transport sind es nicht (Solarenergie-Förderverein). Drittens das Dach: Wer ohnehin sanieren muss, spart den zweiten Ab- und Aufbau. Das kann den Ausschlag für ein komplettes Repowering geben.

Was für die neue Leistung gilt

Für die zusätzliche Leistung gilt die Vergütung zum Zeitpunkt des Austauschs. Anlagen mit Inbetriebnahme ab dem 25. Februar 2025 erhalten bei negativen Börsenpreisen keine Vergütung, der Förderzeitraum verlängert sich um diese Zeiten (Clearingstelle EEG|KWKG). Ob das für den neuen Anteil einer repowerten Anlage greift, prüfen wir anhand der Inbetriebnahme im Einzelfall.

Ein Speicher kann Mittagsstrom in den Abend verschieben und den Eigenverbrauch erhöhen. Ob er sich rechnet, zeigt die Variantenrechnung mit und ohne Speicher.

Eigenverbrauch statt Einspeisung

Nach dem EEG-Ende bringt eingespeister Strom nur noch den Marktwert. Jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt dagegen Netzbezug zu 25 bis 35 ct. Ein Repowering nach dem Vergütungsende rechnet sich deshalb fast immer über den Eigenverbrauch, kaum über die Einspeisung. Wir setzen den Anteil aus Lastgang oder Zählerdaten an, nicht aus Faustwerten.

Anmeldung und Genehmigung

Neue Module und Wechselrichter müssen beim Netzbetreiber angemeldet und im Marktstammdatenregister nachgetragen werden. Bei denkmalgeschützten Gebäuden kann für die neue Belegung eine eigene Genehmigung nötig sein, auch wenn die alte Anlage genehmigt war.

Vor oder nach dem EEG-Ende?

Vor dem Vergütungsende bleibt beim Modultausch an Gebäuden der alte Satz für die ursprüngliche Leistung erhalten. Nach dem Vergütungsende gibt es nichts mehr zu verlieren, dafür zählt nur noch der Eigenverbrauch. Welcher Zeitpunkt besser ist, hängt am Zustand der Module und daran, wie viel Vergütung noch aussteht.

Sie brauchen einen belastbaren Wert?Wir bewerten Ihre Anlage vor Ort und legen jede Annahme offen.

Häufige Fragen

Lohnt sich Repowering einer PV-Anlage?

Wenn der Wert nach dem Umbau abzüglich Investition höher ist als im Weiterbetrieb. Typische Auslöser sind Schäden, eine ohnehin fällige Dachsanierung oder ein hoher Eigenverbrauch.

Behalte ich beim Modultausch die alte Vergütung?

Bei Anlagen an Gebäuden seit dem Solarpaket I grundsätzlich ja, für den Stromanteil der ursprünglichen Leistung. Der Tausch muss gemeldet werden.

Stand: 24.09.2026

Zuletzt aktualisiert: 2026-09-28